
Autoimmunerkrankungen / Genetische Disposition
Die Geister, die wir riefen?
Autoimmunerkrankungen sind in aller Munde!
Mittlerweile ist die Anzahl der Autoimmunerkrankungen so umfangreich, dass es selbst den Experten schwer fallen dürfte, den Überblick zu behalten.
Allein beim Mensch zählen wir über 60 Krankheiten im Bereich der Autoimmunproblematik. Die Ursachen sind unklar. Die Mehrzahl der Wissenschaftler geht davon aus, dass die Krankheiten durch Genetische Disposition und äußere Einflüsse enstehen. Trotz intensiver Forschung können bisher nur Hypothesen aufgestellt werden.
Nicht anders ist es beim Toller. Es gibt für die häufig auftretenden Autoimmunerkrankungen keine gesicherten Erkenntnisse über die Auslöser der Beschwerden.
Da der Erbgang der Krankheiten nicht geklärt ist, resultiert aus der Erkrankung, der Zuchtausschluß der betroffenen Hunde. Ein logischer und konsequenter Schritt.
Für den Toller wiegt dieser Schritt aber besonders schwer, da sich dadurch, die ohnehin schon kleine Zuchtpopulation weiter reduziert. Autoimmunerkrankungen führen zu einer weiteren Verarmung der genetischen Varianz beim Toller.
Wenn wir uns den allgemein anerkannten Hypothesen anschließen, dass Autoimmunerkrankungen zu einem großen Teil durch Genetische Disposition entstehen, muss man sich selbstverständlich auch mit der “genetischen Situation” beim Toller beschäftigen.
Vor einiger Zeit erhielten wir aktuelle Studien* zur populationsgenetischen Situation beim Toller. Die Ergebnisse sind alarmierend. Der Toller befindet sich in einer “genetischen Bredouille”, die durch keine züchterische Maßnahme innerhalb der Population (Decksprunglimitierung, niedrige Inzuchtkoeffizienten, Selektionsanpaarungen usw.) gelöst werden kann.
Die Meinungsbildung der zu den Studien befragten Experten ist eindeutig. Die Autoimmunproblematik beim Toller, ist auf die genetische Verarmung der Rasse zurückzuführen. Ebenso unmissverständlich ist die wissenschaftliche Empfehlung, dass eine Immigration fremder Rassen unumgänglich ist, um eine wirkliche Erweiterung der genetischen Variabilität zu erreichen.
In zahlreichen Gesprächen und Diskussionen habe ich meine grundsätzliche Bereitschaft zu Einkreuzungen fremder Rassen beim Toller ausgesprochen, wenn deren Notwendigkeit wissenschaftlich angeraten ist. Das ist jetzt der Fall!
Ich trage Mitverantwortung in einem Zuchtverein, der sich dadurch auszeichnet, flexibel, schnell und umfassend auf kynologisch notwendige Veränderungen reagieren zu können. Unter Beachtung aktueller kynologischer Erkenntnisse, wie es unsere Vereinssatzung vorschreibt, spreche ich mich für ein unter wissenschaftlicher Leitung stehendes Zuchtprogramm zur Einkreuzung fremder Rassen beim Toller aus.
Abschließend muss erwähnt werden, dass die benannten Probleme, nicht nur den Toller betreffen. Es gibt eine große Anzahl an Hunderassen, denen der o.g. Weg der Einkreuzung unweigerlich bevor steht, wenn man die rasante Vitalitätsminderung aufhalten will.
Wissenschaftliche Immigrationprojekte sind Zuchtstrategie für gesunde Rassehunde!
Neuigkeiten:
26. Mai 2010
Anfalas Alba Enyia hat SRMA
Anfalas Wurftreffen
29. März 2010
Unsere Zucht ruht
Emma hat SRMA
neue Links
